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Donnerstag, 12. März 2015

Tomb Raider Legend - Toms Tagebuch


Skript zum Video

Hallo Leute und wie immer willkommen zu Toms Tagebuch. Heute mit Tomb Raider Legend. Legend war der erste richtige Reboot der Ikone Lara Croft. Nachdem die Serie gnadenlos ausgeschlachtet worden war, mit jährlichen Updates und dem regelrecht absurden The Angel of Darkness, wurde dem Entwickler Core Design die Lizenz entzogen und die Entwickler von Crystal Dynamics, bekannt für die Legacy of Kain Reihe, durften sich daran versuchen, die Franchise zu retten. Dabei gingen sie keine Experimente ein und packten alles in das Spiel, was zum damaligen Zeitpunkt angesagt war.


Viel versprechender Beginn

Gleich zu Beginn klettert Lara, wie einst Ethan Hunt in Mission Impossible II, an einem steilen Felsmassiv entlang. Ein stimmungsvoller Einstieg. Die Grafik ist schön anzusehen, die Animationen befinden sich auf hohem Niveau und Lara sendet ein paar Machosprüche per Headset an die bibbernden männlichen Kollegen, die zu Haus geblieben sind und alles per Mini-Kamera übertragen bekommen, die an Laras Kopf befestigt ist. Somit lässt Lara gleich zu Anfang die Vergangenheit, Vergangenheit sein und der Spieler freut sich auf vergnügliche Spielstunden mit einer alten Bekannten. 

Die Steuerung

Bei der Steuerung sind die Entwickler keinerlei Risiko eingegangen. Klettern war schon in den Vorgängern das Kernelement gewesen, also musste eine vernünftige Steuerung her. Die alte Steuerung in der man in Minischritten an die Kante getrippelt ist, um dann punktgenau abzuspringen war schließlich viel zu altmodisch. Und bei der Steuerung haben die Entwickler wirklich ganze Arbeit geleistet. Alles fühlt sich sehr natürlich und flüssig an. Abstände zwischen Sprüngen lassen sich gut einschätzen und selbst wenn man mal nicht hundert Prozent genau abgesprungen ist, kann man den Sprung noch retten indem man schnell eine eingeblendete Taste drückt. Das drücken eingeblendeter Tasten, sprich Quick-Time-Events, war damals noch relativ frisch und gerade erst durch God of War richtig populär geworden. Entsprechend gibt es an einigen Stellen im Spiel QTEs zu überstehen. Diese wirken eher wie Fremdkörper und nerven, wenn man sie nicht beim ersten Mal schafft. Physikrätsel waren bei Erscheinen von Legends auch schwer angesagt, so dass dem Spiel sogar eine eigene rudimentäre Physikengine verpasst wurde. Eingesetzt wurde sie in erster Linie um Felsen einstürzen zu lassen und um Gewichtsrätsel zu lösen. Als weiteres neues Element erhielt Lara einen Greifhaken, mit dem konnte sie sich nicht nur über Abgründe schwingen, sondern auch schwere Gegenstände ziehen.


Spielablauf

So dynamisch wie beim Beginn an der Felswand geht es auch im weiteren Spielverlauf weiter. Es gibt keinen Leerlauf und als Spieler wird man von einem Event zum nächsten gehetzt. Nach der Klettereinlage am Anfang gibt es eine kurze Schießerei, dann ein kleines Physikrätsel bei dem man einen Baumstamm als Wippe verwendet und dann schwingt man noch ein wenig mit dem Greifhaken. Dank der sehr gut Funktionierenden automatischen Zielerfassung gehen die Schießereien locker von der Hand, wobei die Gegner aber auch nicht unbedingt mit Schlauheit gesegnet wurden, sie machen eher den Eindruck von Pappkameraden. Zwischen den einzelnen Spielelementen gibt es immer wieder noch ein paar besondere Events. Da fährt man mit Lara z.B. auf dem Motorrad durch eine Schlucht verfolgt von Gegnern oder geht mit Lara im Abendkleid auf eine Cocktailparty um sich mit einem Kontaktmann zu treffen. Das Schöne an all diesen Elementen ist, dass sie sich alle flüssig in den Spielablauf einfügen, ohne einen aus dem Rhythmus zu bringen. Das einzige was man der Spielmechanik anlasten kann ist der Schwierigkeitsgrad. Für mich persönlich ist das Spiel einfach zu leicht. Bei den Rätseln ist es immer sehr offensichtlich was zu tun ist, um die Ecke denken ist selten nötig. Das gleiche gilt für die Ballereinlagen, sehr Actionreich und toll Inszeniert, aber viel zu einfach. Dafür kommt natürlich auch kein Frust auf, wie bei manch früherem Teil.


Story


Die Handlung geht in Ordnung. Sie besteht aus einem wilden Genre mix und bedient sich ungeniert aus Filmen, Sagen und Mythen. Elementar ist die Suche nach Excalibur, dem Schwert von König Arthus, mit dem man ein Dimensionstor öffnen kann. Die ganze Geschichte nimmt dabei immer wieder Bezug auf Laras Kindheit. In Rückblenden erlebt der Spieler was damals mit ihrer Mutter geschehen ist und liefert gleichzeitig eine Erklärung wonach ihr Vater sein Leben lang gesucht hat und auch warum Lara unermüdlich auf der Jagd nach Abenteuern ist. Durch die vielen Zwischensequenzen wird die Handlung gut in den Spielablauf eingebunden, wodurch man das Gefühl hat Teil einer Geschichte zu sein. Ganz im Gegensatz zu früheren Teilen, bei denen man eher das Gefühl hatte nur auf der Suche nach Artefakten zu sein. Das alte Gefühl der Einsamkeit und Isolation gibt es somit bei Legend nicht. Vor allem die vielen kurzen Dialoge mit Laras Helfern per Headset zeigen einem, dass Lara nicht alleine unterwegs ist. Dadurch wirkt Lara als Figur lebendiger. 


Bonus


Das Croft-Manor diente früher als Tutorial um Laras Bewegungen kennen zu lernen. Bei Legend ist es ein Eigenständiger Spielabschnitt. Aus dem Hauptmenü heraus kann man es jederzeit anwählen und auf eigene Faust erkunden. Eine tolle Idee der Entwickler. Mir persönlich hat dieser Teil des Spiels fast mehr Spaß gemacht als das Hauptspiel. Durch versteckte Schalter und dem richtigen Einsatz von Laras Gegenständen, kann man jede Menge geheime Bereiche erreichen und so geheime Artefakte finden die Boni freischalten. Artworks, Trailer, neue Kostüme und der Gleichen. Diese Artefakte befinden sich im Übrigen auch in den regulären Spielabschnitten. Manche davon sind sehr gut versteckt und motivieren einen jeden Zentimeter der Levels abzusuchen. Gar nicht weil die Boni so spannend sind, sondern wegen dem befriedigenden Gefühl sie gefunden zu haben. So wird man zum echten Grabräuber. 


Grafik und Sound


Die Technik von Legend ist ziemlich gut. Nicht außergewöhnlich, sondern einfach nur schön, stimmig und vor allem abwechslungsreich. Lara reist serientypisch in die unterschiedlichsten Regionen. Sei es im Schnee, einer Wüste oder über den Dächern einer Großstadt, die Umgebungen sind stets stimmig designt. Knackige Texturen und eine detailreiche Gestaltung sorgen dafür, dass man noch lieber mit Lara die Levels erforscht. Die Animationen von Frau Croft waren in den früheren Teilen immer ein Highlight. Auch hier zeigt Legend, dass die Wiederbelebung geglückt ist. Geschmeidig wie eh und je und lasziv unnütz um das männliche Publikum zu erfreuen. Wenn Lara sich an einer Kante hochzieht und sich anschließend per Handstand abrollt, weiß man für welches Klientel die Animation gefertigt wurde. Bei der Sprachausgabe kommt die Synchronstimme von Angelina Jolie zum Einsatz, womit es auch hier keinen Grund zur Klage gibt. 


Schwächen?


Mit den Schwächen ist es bei Legend erfreulicherweise nicht weit her. An erster Stelle ist da der Umfang zu nennen. Selbst wenn man das Croft Manor erforscht und alle Artefakte in den Levels sucht, bleibt man bei der Spielzeit unter 10 Stunden. Dafür hat man aber auch keinen Leerlauf. Was mir während des Spielens noch aufgefallen ist, das Spiel wirkt auf mich zu gelackt. Damit will ich sagen, alle Spielelemente sind sehr solide, aber es gibt keine Experimente. Alles hat man schon mal in der einen oder anderen Form gesehen. Das muss ja nichts schlechtes sein, aber für mich verliert Legend dadurch ein gutes Stück Eigenständigkeit. Aber das ist natürlich Geschmackssache und muss nicht von jedem als Schwäche angesehen werden. 


Fazit


Ich denke man hat es gemerkt, ich war sehr zufrieden mit der Reanimation der Tomb Raider Serie. Alles ist rund und spielt sich flüssig. Mal von der mir bemängelten Eigenständigkeit habe ich nichts an dem Spiel auszusetzen. Die Grafik ist gut, die Spielmechanik abwechslungsreich und Lara ist einfach eine der schillerndsten Spielfiguren der Spielgeschichte. Wer also etwas für Action-Adventures übrig hat, der sollte unbedingt zuschlagen. Er bekommt einen sehr guten Genrevertreter der zwar nicht revolutionär daherkommt, aber dafür kaum echte Schwächen aufweist.

Video

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