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Montag, 5. Januar 2015

Warlords - Toms Rückblick


Hallo Leute und wie immer willkommen zu Toms Rückblick und wieder mit einer Reise in selige DOS-Zeiten, mit dem Rundenstrategiespiel Warlords aus dem Jahr 1989. Aus heutiger Sicht ist das Spiel geradezu erschreckend simpel. Genau wie unlängst Red Baron, hat auch Warlords, bis heute für mich nichts von seinem Spielspaß verloren. Weder die schmale Technik noch die Spielmechanik konnten mich daran hindern es mit Freude noch mal durchzuspielen.
Wie der Name des Spiels schon vermuten lässt, verkörpert man im Spiel einen Warlord. Insgesamt stehen sich acht Warlords in der Welt Illuria feindlich gegenüber. Und es soll bitte keiner ein Intro oder auch nur eine Texttafel vermuten die den geschichtlichen Rahmen erklären würde. Nein, diese Informationen erhält man nur aus dem Handbuch. Dabei haben die Völker so schillernde Fantasy-Namen wie, Lord Bane, Orks of Kor, Storm Giants oder Horse Lords. Wobei auch hier die Unterschiede zwischen ihnen lediglich aus dem Handbuch zu erfahren sind. Über Lord Bane lässt sich z.B. im Handbuch folgendes erfahren. Lord Bane ist eine teuflische Kraft, lauernd in seiner Festung, die vom Argundor Gebirge umgeben ist. Seine Armeen beinhalten alle möglichen Arten verschrobener Rassen wie, Dunkel Elfen, Männer, Orks und Ogern. Aus Tradition und Ambition versucht er ganz Illuria zu versklaven. 
Über die Storm Giants lässt sich folgendes nachlesen. Die Storm Giants sind eine Rasse von mächtigen zwölf Fuß großen Riesen, deren Hauptstadt Stormhiem, auf der Spitze von Storm Mountain, im Westen von Sulador, liegt. Die Storm Giants verachten alle, die kleiner sind als sie selbst und haben daher geschworen, Illuria von dieser Infektion an kleinen Schädlingen zu säubern. Die Beschreibungstexte sind wirklich einfach wunderbar zu lesen. Und ich wünschte, ich hätte sie damals schon lesen können, aber leider war das Spiel komplett auf Englisch. Sicherlich hätte es sehr zur Immersion beigetragen wenn ich mir vorgestellt hätte, ich wäre ein gigantischer Riese, der versucht die Welt von der Winzigkeit zu befreien.
Aber abseits dieser geradezu absurden Beschreibungstexte ist die Ausgangslage im Spiel sehr einfach zu beschreiben. Es gibt acht Rassen und jede unterscheidet sich in ihrem Startgebiet und der sie repräsentierenden Farbe. Jede Gruppierung startet mit einem individuellen Helden, wobei lediglich der Name individuell ist, und einer Hauptstadt. Vor hier aus zieht man los und versucht die übrigen, über die Karte verstreuten 80 Städte zu erobern. Die Städte unterscheiden sich dabei in der pro Runde erzeugten Gold-Menge und den Einheiten die sie produzieren kann. So kann man z.B. in manchen Städten Wolfsreiter ausbilden, in Anderen Kavallerie und in wieder Anderen sogar fliegende Einhörner.
Das Spiel läuft strikt Rundenweise ab. Jedes Volk ist der Reihe nach dran und darf seine Figuren über das Spielfeld ziehen. Wobei jede Einheit eine unterschiedliche Anzahl an Bewegungspunkten hat. Man kann die Einheiten auch zu Armee-Bündeln zusammenfassen um ihre Schlagkraft zu erhöhen. Die Herausforderung des Spiels besteht also darin, sein Reich möglichst schnell zu expandieren und große Armeen aus dem Boden zu stampfen um die Gegner nach und nach in die Knie zu zwingen. Durch geschicktes Verschieben der Truppen muss man so seine bereits eroberten Städte schützen und gleichzeitig neue erobern.
Der unweigerliche Sog aus dem Gefühl, nur noch eine Runde, kann man sich nach der etwas zähen Anfangsphase dann nur noch schwer entziehen. Ein ganz kleine bisschen Rollenspiel kommt noch durch die über die Karte verstreute Ruinen ins Spiel. Diese können von den Helden untersucht werden, in denen sie dann entweder Gegenstände, die ihre Fähigkeiten verbessern, Gold oder neue Einheiten finden. Die Computer-KI lässt sich für jeden Gegner vor einer Partie einzeln einstellen und bietet so für jeden Spielertyp eine passende Spielerfahrung. Besonders spaßig ist aber der Hot-Seat-Modus. Da auch jedes der Völker von einem weiteren menschlichen Spieler übernommen werden kann, so dass man sich einfach vor dem Monitor abwechseln kann. Aufgrund des schnellen Spielablaufs macht dies eine Menge Spaß, da man nicht Ewigkeiten damit zu bringen muss, bis der Mitspieler seinen Zug beendet hat.
Als Fazit kann ich nur sagen, Warlords ist heute noch genauso gut spielbar wie vor 20 Jahren, als ich zum ersten Mal gespielt habe. Es ist sicherlich kein zeitloser Klassiker, auch wenn es die Reihe zu einer beachtlichen Zahl an Nachfolgern, sowie einem Echtzeit-Spin-Off mit der Battlecry Reihe gebracht hat. Aber seine klare Struktur und Einfachheit machen es zu einem sehr unterhaltsamen Rundenstrategie Vergnügen, dass immer mal wieder eine Runde wert ist. Also enterschuldigt mich bitte, nachdem in nun dem finsteren Lord Bane zur Herrschaft über Illuria verholfen habe, sind als nächstes die Orcs of Kor an der Reihe. Ein Volk degenerierter Orks, angeführt von einer ekelhaften Kreatur, genannt der Große Ork. Um nicht mehr dem Spott der anderen Völker ausgesetzt zu sein, werden sie ihre blutigen Regeln über ganz Illuria verbreiten. 

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